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"Stille Stunde" gibt Impulse für den Einzelhandel

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Newsletter 01/2026

Reizarme Momente mit Wirkung

Veröffentlicht am 30.01.2026

Die Stille Stunde hat sich in den vergangenen Jahren deutschlandweit etabliert. Was als inklusives Angebot für Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen begann, ist heute in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens angekommen: in Supermärkten wie REWE, EDEKA, Globus, in CAP-Märkten oder bei IKEA – ebenso bei kleinen Einzelhändlern, in Museen, Schwimmbädern und Kinos.

Reizarme Zeitfenster werden häufig als kurzfristiger Trend wahrgenommen. Tatsächlich steckt jedoch weit mehr dahinter. In einer Gesellschaft mit zunehmender sensorischer Überbelastung ist Reizarmut nicht nur eine Entlastung für einzelne Gruppen, sondern ein struktureller Mehrwert. Sie verbessert Zugänglichkeit, reduziert Stress und schafft Teilhabe – für Menschen mit Autismus, ADHS, chronischen Erkrankungen, psychischen Belastungen oder neurologischen Besonderheiten ebenso wie für ältere Menschen, Familien und Mitarbeitende.

Für Unternehmen bedeutet die Umsetzung der Stillen Stunde eine klassische Win-Win-Situation: geringer finanzieller und organisatorischer Aufwand trifft auf eine hohe Wirkung. Positive Rückmeldungen, ein gestärktes inklusives Image sowie eine wachsende Sensibilität für die Bedürfnisse von Kund*innen und Mitarbeitenden gehen dabei Hand in Hand.

Aktuell haben sich rund 300 Unternehmen und Einrichtungen auf der Plattform www.stille-stunde.com registriert – Tendenz stark steigend.

„Wir können die Anfragen kaum noch bewältigen“, erklärt Rebecca Lefèvre, Projektleitung der Stillen Stunde. „Viele möchten sofort starten. Uns ist dabei besonders wichtig, nicht nur Materialien oder Logos bereitzustellen, sondern auch den Hintergrund zu vermitteln: warum reizarme Angebote notwendig sind, für wen sie wirken und wie sie sinnvoll umgesetzt werden können.“

Das Projekt Stille Stunde – Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen sichtbar machen wird ehrenamtlich getragen und setzt auf Aufklärung, Praxishilfen und Vernetzung für Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, sogenannte invisible Barrieren – sensorische, kommunikative und soziale Barrieren – abzubauen, die oft unsichtbar sind, im Alltag jedoch große Auswirkungen haben: für Betroffene ebenso wie für Organisationen und Betriebe.

Weitere Informationen sowie Materialien:

https://www.stille-stunde.com/